Schulprogramm
Quelle: Müller-Neuendorf/Obermaier (Hrsg.) (2010): Handbuch Qualitätsmanagement Schule. Paderborn. S. 94-99.
1. Abschnitt: Pädagogisches und organisationales Gesamtkonzept
1. Schulprogramm (Leitbild/Trägerschaft)
Das Erzbistum Köln ist ein wichtiger Träger von katholischen Bildungseinrichtungen in Nordrhein-Westfalen. Es stellt seinem Erzbischöflichen Berufskolleg in Köln die Aufgabe, auf der Grundlage rechtlicher und kirchlicher Vorgaben, insbesondere des Schulgesetzes des Erzbistums Köln (SchulG-EBK) sowie gemäß der Leitsätze zum Profil Katholischer Freier Schulen junge Menschen für erzieherische, pflegerische und heilpädagogische Berufe auszubilden und sie auf ein Studium vorzubereiten.
Als staatlich genehmigte Schule in kirchlicher Trägerschaft hat das Erzbischöfliche Berufskolleg Köln seine Wurzeln im katholischen Glauben und orientiert seine Bildungs- und Erziehungsarbeit an den Prinzipien der Personalität, Solidarität und Subsidiarität.
Die Arbeit des Berufskollegs zielt insbesondere darauf, auf der Grundlage eines christlichen Menschenbilds
•einen wichtigen Beitrag zur allgemeinen Bildung und Erziehung der Schüler/innen zu leisten
•die im jeweiligen Bildungsgang angestrebte berufliche Ausbildung auf hohem fachlichen Niveau sicher zu stellen und
•die Schüler/innen zur verantwortlichen Mitgestaltung des Geschehens in unserer Welt auf der Basis einer christlichen Grundhaltung zu motivieren und zu befähigen.
Das Erzbischöfliche Berufskolleg Köln garantiert ein hohes Ausbildungsniveau und zeichnet sich durch den ständigen Dialog innerhalb des Kollegiums, mit den Schülern/innen, mit den Praxiseinrichtungen, dem Schulträger und dem gesamten schulischen Umfeld aus.
Qualitätspolitik
Die Sicherung eines hohen Ausbildungsniveaus geschieht durch die Orientierung an intern entwickelten Qualitätsstandards. Die Abläufe sind nach innen und außen transparent. Es erfolgt eine regelmäßige Auswertung der erbrachten Leistungen. Durch eine stetige Überprüfung, Anpassung und Weiterentwicklung der Ausbildungsgänge an die veränderten Rahmenbedingungen wird ein zeitgemäßes und nachfrageorientiertes Ausbildungsangebot gewährleistet.
Leistungsangebot
Das Erzbischöfliche Berufskolleg Köln bietet eine Vielfalt sozial-, heilpädagogischer und pflegerischer (Aus-)Bildungsgänge, die sich an den gesellschaftlichen Erfordernissen und den aktuellen Entwicklungen des Berufsfeldes orientieren. Die Bildungsgänge beinhalten berufliche und allgemein bildende Abschlüsse. Zudem werden bedarfsorientiert Zusatzqualifikationen und Weiterbildungsmaßnahmen angeboten.
Im Rahmen einer engen Verzahnung zwischen Schule und Praxis werden die Schüler/innen intensiv von den Lehrern/innen und Praxisanleitern/innen in ihrer fachlichen, sozialen und personalen Kompetenzentwicklung gefördert. Ausgewählte Praktika – auch im europäischen Ausland – ermöglichen die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen beruflichen Handlungsfeldern.
Charakteristisch für das erzbischöfliche Berufskolleg ist eine Atmosphäre der Aufgeschlossenheit und Offenheit. Dies äußert sich in einem respektvollen und wertschätzenden Umgang zwischen Lehrer/innen und Schüler/innen ebenso wie in der Bereitschaft zur intensiven fachlichen Auseinandersetzung.
Der Austausch untereinander und mit den Kooperationspartnern in den Praxiseinrichtungen hat einen hohen Stellenwert. Die Schule nutzt ihren zentralen Standort inmitten der Medien- und Kulturstadt Köln für die Kooperation mit ansässigen sozialpädagogischen Institutionen und Partnern (Museen, Fernsehsendern, Bibliotheken, Theatern etc.). Feste, Feiern, religiöse Besinnungstage und Studientage, etc. dienen der Ergänzung des Angebots und tragen zu einem lebendigen Schulleben bei.
Die Schule verfügt über Fachräume mit sehr guter Ausstattung. Lehr- und Lernmittel sind modern, aktuell und jederzeit zugänglich.
Ziele
Die Schüler/innen
•entwickeln sich zu sozial verantwortlichen, kompetenten und christlich orientierten Fachkräften im Sozial- und Gesundheitswesen,
•sind in der Lage, pädagogisch selbständig und selbstverantwortlich zu planen, zu handeln und zu reflektieren,
•eignen sich vielfältige Lehr- und Lernmethoden und Techniken an,
•sind teamfähig und denken konzeptionell, sind fähig zu interkulturellem Dialog, achten die Schöpfung und sie handeln auf der Grundlage eines christlichen Menschenbildes,
•meistern Beruf und Studium erfolgreich.
2. Pädagogische Teilkonzepte
Individuelle Begleitung der Schüler/innen
Insbesondere durch die folgenden Maßnahmen stellt das Erzbischöfliche Berufskolleg Köln sicher, dass alle Schüler/innen optimal gefördert werden und das angestrebte Ausbildungsziel erreichen:
•Information und Beratung im Vorfeld der Ausbildung bzw. im Berufsfindungsprozess im Rahmen von besonderen Veranstaltungen,
•differenziertes Aufnahmeverfahren bezüglich der persönlichen, fachlichen und beruflichen Eignung der Bewerber/innen,
•individuelle Beratung und kontinuierlicher Dialog zwischen den Lehrern/innen und den Schülern/innen im Rahmen von Entwicklungsgesprächen und Feedback,
•aussagekräftige Leistungsbeurteilungen anhand klarer Bemessungskriterien,
•konkrete Unterstützung beim Übergang in Beruf bzw. Studium.
Lernort Unterricht
Alle Unterrichtformen werden als produktive Interaktionsprozesse verstanden, die wichtige Grundlagen zur Entwicklung personaler, sozialer, fachwissenschaftlicher und beruflicher Kompetenzen fachspezifisch und fachübergreifend vermitteln. Durch methodisch vielfältige Unterrichtsformen wird die Auseinandersetzung der Schüler/innen mit ihren beruflichen und persönlichen Entwicklungsaufgaben gefördert und begleitet.
Folgende Unterrichtsprinzipien gewährleisten einen entwicklungs- und praxisorientierten Unterricht:
•Wissenschafts- und Handlungsorientierung,
•Methoden- und Medienvielfalt,
•Vernetzung von Theorie und Praxis,
•Öffnung des Unterrichts.
Der aktuelle, methodisch abwechslungsreiche und mediengestützte Fachunterricht wird erweitert und ergänzt durch alternative Formen, wie Projektunterricht, Lernsituationen, Kurse, Trainings, Exkursionen und Studienfahrten.
Lernort Praxis
Die Schüler/innen werden bei der Auswahl der Praxisstelle beraten und unterstützt. Die Begleitung durch die Lehrer/innen erfolgt im Rahmen regelmäßiger Praxisberatung in Form von Einzel-, Gruppenberatung bzw. Supervision. In regelmäßigen Abständen führen Lehrer/innen und Praxisanleiter/innen gemeinsam mit den Schülern/innen Entwicklungs-,Bewertungs- und Beratungsgespräche durch.
Die Zusammenarbeit mit der Praxis basiert auf Wertschätzung und kollegialem Austausch. Auf diese Weise wird die Schule ihrer Verantwortung für eine qualifizierte Ausbildung und die Weiterentwicklung der Berufsfelder gerecht.
Der fachliche Austausch zwischen den Lernorten Schule und Praxis findet unter anderem im Rahmen von Praxisanleiter/innentreffen und pädagogischen Fachveranstaltungen statt.
Religiöse Bildung/Religionspädagogik
Der Glaube an Gott und die Gemeinschaft von Christen bilden ein wichtiges Fundament des Erzbischöflichen Berufskollegs. Alle Angebote in diesem Bereich geben den Schülern/innen Raum für ihre persönliche und fachliche Auseinandersetzung mit Fragen des Glaubens und ermutigen sie zu eigenständigem, religionspädagogischem Arbeiten im Beruf. Dazu gehören unter anderem
•ein fachlich fundierter Religionsunterricht,
•religionspädagogische Zusatzqualifikationen,
•Erleben und Gestalten von Gottesdiensten,
•Tage religiöser Orientierung,
•regelmäßige spirituelle Impulse zur Persönlichkeitsentwicklung.
Schulleben
Ein gemeinsam mit den Schülern/innen gestaltetes Schulleben bildet die Grundlage für ein lebendiges Miteinander. Im Rahmen von Begrüßungen/Verabschiedungen, vielfältigen Formen der Begegnung, etc. besteht die Möglichkeit, Gemeinschaft zu gestalten und zu erleben. Die Präsentation von Schülerarbeiten, Theaterstücken, Tänzen, Musicals, Ausstellungen, Projektarbeiten und Präsentationsforen von Arbeitsergebnissen der Klassen gewährleisten die vielfältige Darstellung der pädagogischen Arbeit im Erzbischöflichen Berufskolleg.
3. Organisationsstruktur/Teamkultur
Alle Kolleg/innen zeichnen sich durch Fachkompetenz und ein hohes Maß an Engagement in ihrer pädagogischen Arbeit aus. Sie sind stets offen für die Belange der Schüler/innen. Anregungen werden gerne aufgegriffen, Veränderungen als Herausforderung und Chance zur Weiterentwicklung betrachtet. Die Lehrer/innen sind motiviert zu fachlichen Auseinandersetzungen. Sie nehmen ihre Aufgaben eigenverantwortlich wahr. Sie pflegen einen wertschätzenden Umgang miteinander.
Die pädagogisch-didaktische Konferenz entscheidet über alle Maßnahmen zur Umsetzung und Sicherung der pädagogischen Qualität des Berufskollegs. Sie setzt sich aus Vertreter/innen aller Bildungsgänge bzw. Abteilungen und der Schulleitung zusammen. Schulleitung, Abteilungs- und Bildungsgangleitung gewährleisten die effektive Organisation der Ausbildung durch zielgerichtete Aufgabenstellungen und klare Arbeitsstrukturen. Sie führen die Einrichtung und tragen bezüglich ihrer Aufgabenbereiche die Verantwortung für die Umsetzung, Aufrechterhaltung, Überprüfung und Weiterentwicklung des Qualitätsmanagementsystems. Außerdem gewährleisten sie dem Träger gegenüber die Realisierung der vereinbarten Zielvorgaben.
Eine motivierende und diskursive Teamkultur sichert die Zufriedenheit aller Mitarbeiter/innen und den gemeinsamen Erfolg.
Der Träger sichert die Qualität des Erzbischöflichen Berufskollegs durch schulfachliche Beratung und durch Bereitstellung der erforderlichen Rahmenbedingungen.
Personalentwicklung
Die Auswahl der Mitarbeiter/innen orientiert sich an der fachlichen Kompetenz, der persönlichen Eignung und der konfessionellen Zugehörigkeit. Über die Einstellung entscheidet der Träger in Abstimmung mit der Schulleitung. Folgende Maßnahmen dienen der Sicherung der Qualität des Personals:
•klare Aufgabenbeschreibungen und Anforderungsprofile,
•kollegiale Beratung im Prozess der Einarbeitung,
•regelmäßige Teilnahme an Fortbildungen,
•fachlicher Austausch in Konferenzen und Besprechungen,
•gegenseitige Unterrichtsbesuche,
•regelmäßige Zielvereinbarungs- bzw. Mitarbeiter/innengespräche.
Dokumentation und Evaluation
Alle Prozesse, die zur Sicherung der Zielerreichung des Erzbischöflichen Berufskollegs erforderlich sind, werden gewissenhaft dokumentiert. Die Qualität aller Prozesse und Strukturen wird im Rahmen regelmäßiger interner und externer Evaluationsverfahren überprüft. Aktuelle Situationsanalysen und Bestandsaufnahmen gewährleisten die kontinuierliche Weiterentwicklung der Gesamtqualität.
Ressourcenmanagement
Der Schulträger stellt die zur Sicherstellung des angestrebten Qualitätsniveaus erforderlichen Ressourcen und dafür geeignetes Personal zur Verfügung. Die Schulleitung trägt Sorge für einen effizienten und zielgerichteten Mitteleinsatz. Sie entscheidet über den Lehrereinsatz, die Unterrichtsverteilung und den Stundenplan in Abstimmung mit den verantwortlichen Abteilungs- und Bildungsgangleitungen

